Der Erzähler

Natürlich ist Jürg ein Erzähler, aber er erzählt nicht so geradeaus, wie wir unseren Kindern etwa zum Einschlafen ein Märchen vorlesen. Unermüdlich recherchiert Jürg Steigmeier alte Märchen und Sagen und deren Variationen, löst sie von der klassischen Vorlage, transportiert sie ins Heute und lässt Neues entstehen. Ganz so, wie dies schon immer Brauch und Sitte war. Jürg Steigmeier fühlt sich nicht nur mit dieser wundersamen Welt verbunden, er verkörpert sie geradezu und lässt Erwachsene und Kinder seit Jahren im deutschsprachigen In- und Ausland daran teilhaben. Was er erzählt, gerät zur unerhörten Begebenheit, die sich jetzt gerade eben so und nicht anders ereignet hat. Vor allem aber ist Jürg ein Erzähler, der mit Haut und Haar in eine Geschichte hineinspringt, mit vollem Einsatz von Körper und Sprache sich in seine Märchenfiguren verwandelt, sie zum Leben erweckt. Ein Erzähler freilich auch, der die Identifikation zwischen sich selbst, der Geschichte und dem Publikum, das er fortwährend improvisatorisch mit einbezieht, immer wieder bricht, ironisch gegen den Strich bürstet. Jürg der Geschichtenerzähler, ist in Wahrheit ein Zauberer. Was er macht erscheint naiv und steckt doch voller hintergründiger Reflexion. Es ist eine große Kunst, die in allem quer zur heutigen Zeit steht. Gerade darum geht sie uns moderne Menschen im Innersten an.

über mich 3

Portfolio

Jürg Steigmeier hat sich in den letzten 20 Jahren ein umfassendes Repertoire an Schweizer Märchen und Sagenstoffen erarbeitet. Die Erzähl Programme können passend zu Jahreszeit und Anlass individuell zusammengestellt werden.

Er arbeitet mit diversen Musikern aus der neuen Schweizer Volks- und Theatermusikszene zusammen. Von Doppelbock, Christine Lauterburg, „Giigämaa“ Matthias Lincke bis Pflanzplätz oder Patrik Zeller, der Möglichkeiten sind viele je nach Anlass und Budget.

Termine

12. März 2017 – Beispielveranstaltung – Unvermeidbar Baden

13. März 2017 – Beispielveranstaltung 2 – Thermalbad Bad Zurzach

Schule des Hörens

Eine Studie im Auftrag der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Stiftung Lesen hat ermittelt, dass 37 Prozent aller Kinder in Deutschland nicht vorgelesen bekommen. Diese Zahl dürfte in Bezug auf das freie Erzählen noch wesentlich höher liegen. Dies bedeutet, dass die Begegnung mit erzählten Geschichten in der heutigen Zeit nicht zum Alltag der Kinder gehört. Dies mag u. a. daran liegen, dass (die mündliche) Erzählkultur im Zeitalter der digitalen Medien und der ständig gegenwärtigen audiovisuellen Angebote an den Rand gedrängt, wenn nicht sogar verdrängt wird.

Erzählen ist eine grundlegende Lebensäußerung, eine Mitteilung des Menschen an die Welt. Je intensiver jemand dabei zuhört, desto leichter fällt das Erzählen. Zuhören ist deshalb genauso wichtig wie das Erzählen, denn Zuhören ist eine Basiskompetenz, von der das Gelingen der meisten Kommunikationssituationen abhängt. Erzählen ist deshalb eine vorzügliche Möglichkeit, die Zuhörfähigkeit von Kindern zu schulen.

Einen Schritt weiter geht das Erzählen von Märchen und Geschichten aus längst vergangenen Tagen. Hier wird dem Kind ein Horizont eröffnet, der über die subjektiv erlebte Geschichten hinausgeht. Diese Geschichten haben eine Bedeutung für die kollektive Gesellschaftliche Identität. Hier werden fremde Geschichten mit den eigenen Erlebnissen konfrontiert und bieten Raum für das Verständnis andrer Sichtweisen. Damit kann das Erzählen einen interkulturellen, generationsübergreifenden und interreligiösen Dialog bewirken. Man kann also das Erzählen als ein Medium des interkulturellen Lernens im Kindergarten und in der Schule bezeichnen.

Damit sich aber Erzählfreude entwickeln kann, müssen Kinder positive Erlebnisse mit der Erzählkultur gemacht haben. Sie brauchen, wie überall, das Vorbild eines Erwachsenen, der gerne erzählt, damit sie den Mut entwickeln selber zu Erzählen, ihr Erlebtes in Worte zu fassen, sie in eine logische Abfolge zu bringen und den andern Kindern mitzuteilen. Denn wem es gelingt, durch Erzählen die Aufmerksamkeit von anderen zu gewinnen ist sozial integriert. Erzählen können, heißt auch, sich mitteilen und miteinander sprechen zu können.

Angebot an Schulen

Geschichten können überall erzählt werden, aber Ort, Raum und Zeit sind ein wesentlicher Bestandteil der Erzählsituation. Erzählt werden kann in der Aula unter der Dorflinde, auf dem Schulhausdachboden (wo man sonst nie hin darf), im Wald. Es gilt das Prinzip; „mit allen Sinnen lernen“.

Daten: nach Vereinbarung
Dauer: 60 Minuten MS, für Kindergarten/US auch 40 Min