Der Erzähler

Natürlich ist Jürg ein Erzähler, aber er erzählt nicht so geradeaus, wie wir unseren Kindern etwa zum Einschlafen ein Märchen vorlesen. Unermüdlich recherchiert Jürg Steigmeier alte Märchen und Sagen und deren Variationen, löst sie von der klassischen Vorlage, transportiert sie ins Heute und lässt Neues entstehen. Ganz so, wie dies schon immer Brauch und Sitte war. Jürg Steigmeier fühlt sich nicht nur mit dieser wundersamen Welt verbunden, er verkörpert sie geradezu und lässt Erwachsene und Kinder seit Jahren im deutschsprachigen In- und Ausland daran teilhaben. Was er erzählt, gerät zur unerhörten Begebenheit, die sich jetzt gerade eben so und nicht anders ereignet hat. Vor allem aber ist Jürg ein Erzähler, der mit Haut und Haar in eine Geschichte hineinspringt, mit vollem Einsatz von Körper und Sprache sich in seine Märchenfiguren verwandelt, sie zum Leben erweckt. Ein Erzähler freilich auch, der die Identifikation zwischen sich selbst, der Geschichte und dem Publikum, das er fortwährend improvisatorisch mit einbezieht, immer wieder bricht, ironisch gegen den Strich bürstet. Jürg der Geschichtenerzähler, ist in Wahrheit ein Zauberer. Was er macht erscheint naiv und steckt doch voller hintergründiger Reflexion. Es ist eine große Kunst, die in allem quer zur heutigen Zeit steht. Gerade darum geht sie uns moderne Menschen im Innersten an.

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Portfolio

Jürg Steigmeier hat sich in den letzten 20 Jahren ein umfassendes Repertoire an Schweizer Märchen und Sagenstoffen erarbeitet. Die Erzähl Programme können passend zu Jahreszeit und Anlass individuell zusammengestellt werden.

Er arbeitet mit diversen Musikern aus der neuen Schweizer Volks- und Theatermusikszene zusammen. Von Doppelbock, Christine Lauterburg, „Giigämaa“ Matthias Lincke bis Pflanzplätz oder Patrik Zeller, der Möglichkeiten sind viele je nach Anlass und Budget.

Termine

23. Juli 2016 – ab 15:00, Sommerfest – Kulturtankstelle Döttingen, AG

30. Juli 2016 – 18:00, Privat

12. August 2016 – 18:00, Mitarbeiteressen Ref Kirchgemeinde – Rupperswil, AG

15. August 2016 – 09:00, 1. Schultag Primarschule – Hinterkappelen, BE

27. August 2016 – 13:00, Albgöttisch mit Doppelbock Schloss Werdenberg, SG

27. August 2016 – 20:15, Albgöttisch mit DoppelbockBergrestaurant Farneralp, ZH

01. September 2016 – 18:00, Jahresfest MEH – Zürich

02. September 2016 – 15:30, Schülerkonzert – Gymnasium Appenzell

02. September 2016 – 20:00, Albgöttisch mit Doppelbock – Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell

09. September 2016 – 09:00, Schule des Hörens –  Kiga / Primarschulen Bad Zurzach, AG

10. September 2016 – ab 14:00, Mundart Festival Erzählkunst und Volxtöne – Gasthof zur Waag Bad Zurzach, AG

11. September 2016 – ab 10:00, Mundart Festival Erzählkunst und Volxtöne Gasthof zur Waag Bad Zurzach, AG

17. September 2016 – Hochzeit auf dem Hagnauerhof – Aichen/D

17. September 2016 – Offene Kirchen – Bad Zurzach, AG

18. September 2016 – Privat – Energy Park Laupersdorf, SO

07. Oktober 2016 – 20:00, mit Christine Lauterburg und Dide Marfurt – Just AG Walzenhausen, AR

29. Oktober 2016 – mit Christine Lauterburg und Dide MarfurtHotel Flora Alpina Brienz, BE

04. November 2016 – mit Patrik ZellerKulturtafel im Restaurant Schloss Köniz, BE

05. November 2016 – mit Patrik Zeller –  Kulturkeller Gerbenstock Kerzers, BE

11. – 13. November 2016 – Gute Stube Erzählfestival 2016 – München / D

18. November 2016 – Waagstubete mit Helmut Wittmann, Rechsteiner Stubenmusik und Jürg Steigmeier – Gasthof zur Waag Bad Zurzach, AG

19. November 2016 20:15, Albgöttisch mit DoppelbockSpäktrum Kölliken, AG

11. Dezember 2016 – Kulturkommission Surbtal – Weinbaumuseum Tegerfelden , AG

 

2017

 

21. Januar 2017 – 13:00, Albgöttisch mit DoppelbockKino Rex Pfäffikon, ZH

 

 

 

Schule des Hörens

Eine Studie im Auftrag der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Stiftung Lesen hat ermittelt, dass 37 Prozent aller Kinder in Deutschland nicht vorgelesen bekommen. Diese Zahl dürfte in Bezug auf das freie Erzählen noch wesentlich höher liegen. Dies bedeutet, dass die Begegnung mit erzählten Geschichten in der heutigen Zeit nicht zum Alltag der Kinder gehört. Dies mag u. a. daran liegen, dass (die mündliche) Erzählkultur im Zeitalter der digitalen Medien und der ständig gegenwärtigen audiovisuellen Angebote an den Rand gedrängt, wenn nicht sogar verdrängt wird.

Erzählen ist eine grundlegende Lebensäußerung, eine Mitteilung des Menschen an die Welt. Je intensiver jemand dabei zuhört, desto leichter fällt das Erzählen. Zuhören ist deshalb genauso wichtig wie das Erzählen, denn Zuhören ist eine Basiskompetenz, von der das Gelingen der meisten Kommunikationssituationen abhängt. Erzählen ist deshalb eine vorzügliche Möglichkeit, die Zuhörfähigkeit von Kindern zu schulen.

Einen Schritt weiter geht das Erzählen von Märchen und Geschichten aus längst vergangenen Tagen. Hier wird dem Kind ein Horizont eröffnet, der über die subjektiv erlebte Geschichten hinausgeht. Diese Geschichten haben eine Bedeutung für die kollektive Gesellschaftliche Identität. Hier werden fremde Geschichten mit den eigenen Erlebnissen konfrontiert und bieten Raum für das Verständnis andrer Sichtweisen. Damit kann das Erzählen einen interkulturellen, generationsübergreifenden und interreligiösen Dialog bewirken. Man kann also das Erzählen als ein Medium des interkulturellen Lernens im Kindergarten und in der Schule bezeichnen.

Damit sich aber Erzählfreude entwickeln kann, müssen Kinder positive Erlebnisse mit der Erzählkultur gemacht haben. Sie brauchen, wie überall, das Vorbild eines Erwachsenen, der gerne erzählt, damit sie den Mut entwickeln selber zu Erzählen, ihr Erlebtes in Worte zu fassen, sie in eine logische Abfolge zu bringen und den andern Kindern mitzuteilen. Denn wem es gelingt, durch Erzählen die Aufmerksamkeit von anderen zu gewinnen ist sozial integriert. Erzählen können, heißt auch, sich mitteilen und miteinander sprechen zu können.

Angebot an Schulen

Geschichten können überall erzählt werden, aber Ort, Raum und Zeit sind ein wesentlicher Bestandteil der Erzählsituation. Erzählt werden kann in der Aula unter der Dorflinde, auf dem Schulhausdachboden (wo man sonst nie hin darf), im Wald. Es gilt das Prinzip; „mit allen Sinnen lernen“.

Daten: nach Vereinbarung
Dauer: 60 Minuten MS, für Kindergarten/US auch 40 Min